10 Jahre "Lib'elle" in Düsseldorf

ein Bericht von Pia Heissmeyer (Rheinische Post)

Die "Liberale Sie" ist offen für jedes Thema.

Ihr Markenzeichen ist die Libelle - ihr Name "Lib'elle" steht für die Liberale Sie.
Seit 10 Jahren trifft sich "Lib'elle" meist sechs Mal im Jahr zu Gesprächskreisen - "dabei stehen aber immer die Themen und weniger der Name des Referenten im Vordergrund", betont Organisatorin Suzanne Oetker. Und doch tauchen in der langen Veranstaltungsliste immer wieder klangvolle Namen auf. Den Anfang hat beispielsweise 1990 Cornelia Schmalz-Jacobsen, damals FDP-Generalsekretärin, gemacht, die über "Karriere, Küche, und Kinder - Frauen planen ihre Zukunft" gesprochen hat. Da war auch der Vorsitzende des Zentralrates der Juden, Ignatz Bubis, Jürgen W. Möllemann, der ehemalige Außenminister Klaus Kinkel, Modedesignerin Uta Raasch, Ex-Kämmerer Herbert Vogt, Gefängnischef Hans Seibert und Kunstprofessor Markus Lüpertz.

Das in der Referentenliste die Namen vieler FDP-Politiker auftauchen, ist kein Zufall. Der "harte" Kern der Düsseldorfer "Lib'elle", der mittlerweile aus 15 Frauen besteht, hat fast ausschließlich das liberale Parteibuch. "Dennoch sind wir ein überparteilicher Gesprächskreis mit Stimmen aus den verschiedenen Bereichen", erklärt Mitorganisatorin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Mehr als 150 Gäste kommen in der Regel zu den Vorträgen mit anschließender Diskussion. Und wenn das Thema besonders spannend ist sind es auch schon mal mehr als 200. Zum Beispiel als Kripo-Fachfrau Edeltraud Wörz-Polachowski über die Prostitution gesprochen hat: "Das war ein sehr beeindruckendes Referat, das mächtig unter die Haut ging", erinnert sich Suzanne Oetker.

Die "Lib'elle", die auch in sechs weiteren NRW-Städten vertreten ist, ist kein Verein, darauf legt Suzanne Oetker großen Wert: "Das bedeutet Satzung, Gremienarbeit - und die wollen wir nicht." Die Themen seien das Entscheidende, und dafür "zapfen wir die kompetenten Quellen in der Stadt an".

Wir sind fast ausschließlich berufstätige Frauen in der "mittleren Altersstruktur". Und diesem Alter, so Suzanne Oetker, bestehe bei vielen das Bedürfnis, sich mit aktuelle Themen zu beschäftigen. Dabei schottet sich "Lib'elle" keineswegs gegen männliche Gäste ab.